Was Sie schon immer wissen wollten ...
Qualitätsweine tragen den Namen der Anbauregion und werden meist vor oder während der Gärung mittels Saccharose angereichert. Dieser alkoholerhöhende Vorgang, in Frankreich Chaptalisation genannt, hat zunächst keinen Einfluss darauf, ob der Wein am Ende herb oder süß schmeckt.
Ab einem bestimmten Reifegrad - welcher im Norden niedriger festgelegt wurde als im Süden - ist die Stufe der Qualitätsweine mit Prädikat erreicht. Eine Anreicherung ist hier nicht erlaubt, der Most muss wie geerntet vergoren werden. Die Weine der Eingangsstufe Kabinett verfügen deshalb theoretisch über den niedrigsten Alkoholgehalt.
Die Spätlese stellt die nächste Stufe in der Reifeskala dar. Der Geschmackstypus kann stark variieren: von süß und leicht über halbtrocken und mittelgewichtig bis zu trocken und schwer. Auch für die Auslese gibt es kein klares Geschmacksprofil, sie wird in einer verwirrenden Vielfalt von trocken bis edelsüß angeboten.
Für die Ernte einer Beerenauslese werden überreife, von Edelfäulnis (Botrytis) befallene Traubenteile herausgeschnitten. Durch ihre enorm hohe Fruchtkonzentration bringen sie ausgesprochen süße Weine mit großem Entwicklungspotenzial hervor.
Die noch seltenere Trockenbeerenauslese resultiert aus rosinenartig eingeschrumpften Beeren. Diese edelsüßen Ausnahmeweine können über Jahrzehnte vorzüglich reifen und stellen die Krönung österreichischer Weinerzeugung dar.
Eisweine sind Spezialitäten, die aus Trauben gewonnen werden, die zumindest das Mostgewicht einer Beerenauslese aufweisen. Sie entstehen bei frostigen Temperaturen von minus sieben Grad und werden in gefrorenem Zustand gekeltert. Durch die Kälte wird Wasser gebunden, der daraus gekelterte, edelsüße Wein weist hohe Extraktwerte auf.
